WALDORF FROMMER: Amtsgericht Mannheim verurteilt Familienvater in P2P-Verfahren wegen möglicher Rechtsverletzung durch ein minderjähriges Kind

Amtsgericht Mannheim vom 24.10.2018., Az. U 10 C 1006/18

Gegenstand des Verfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Filmaufnahmen

Der Beklagte verteidigte sich damit, dass er einen gebrauchten PC angeschafft und diesen seinem minderjährigen Kind zur Verfügung gestellt habe. Es sei möglich gewesen, dass auf diesem PC bereits Tauschbörsensoftware installiert gewesen sei. Das minderjährige Kind konnte auf Befragung nicht bestätigen, eine Tauschbörse genutzt zu haben.

Das Amtsgericht Mannheim ging hier zutreffend davon aus, dass der Beklagte jedenfalls fahrlässig gehandelt hatte, indem er den Computer ungeprüft seinem Kind zur freien Verfügung überlassen hatte. Auf die Frage der Belehrung des Kindes für eine Haftung wegen Verletzung der Aufsichtspflicht kam es daher nicht mehr an.

Den geltend gemachten Schadensersatz in Höhe von EUR 1.000,00 erachtete das Gericht „als zutreffend von der Klägerin dargelegt und berechnet (§ 287 ZPO)“.

Das Amtsgericht Mannheim verurteilte den Beklagten daher antragsgemäß zur Zahlung des Lizenzschadens, zum Ersatz der außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten sowie zur Übernahme der gesamten Kosten des Verfahrens.

 

Autor: Rechtsanwalt Thorsten Nagl, LL.M.

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