Bundesgerichtshof verneint Beweisverwertungsverbot in Filesharing-Verfahren bei Reseller-Auskünften (Az. I ZR 193/16)

Bundesgerichtshof vom 13.07.2017, Az. I ZR 193/16

Mit einem heute verkündeten Urteil korrigiert der BGH einen Sonderweg, den zunächst das Amtsgericht Frankenthal eingeschlagen hatte, dem sich später aber auch Gerichte in Koblenz, Augsburg, Staufen (Breisgau) und Lahr anschlossen.

Im Kern ging es dabei um die Frage, unter welchen Voraussetzungen geschädigte Rechteinhaber im Fall von Urheberrechtsverletzungen Auskünfte über Anschlussinhaber einholen können. Weil Internetanschlüsse in Filesharing-Systemen nur über ihre IP-Adresse identifizierbar sind, … Weiterlesen

WALDORF FROMMER: Sachverständigengutachten in Tauschbörsenverfahren attestiert erneut ordnungsgemäße Ermittlung des „PFS“ – AG Nürnberg verurteilt Anschlussinhaber nach umfangreicher Beweisaufnahme

Amtsgericht Nürnberg vom 26.10.2016, Az. 32 C 6654/14

Gegenstand des Verfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Filmaufnahmen

In dem Verfahren hatte die geschädigte Rechteinhaberin gegen den Beklagten ein Gerichtsverfahren auf Zahlung von Schadenersatz sowie Erstattung der Rechtsverfolgungskosten eingeleitet, da über dessen Internetanschluss illegal zwei Filmwerke zum Download angeboten wurden.

Der Beklagte hatte sich damit verteidigt, nicht persönlich für die Urheberrechtsverletzung verantwortlich zu sein. Zum Tatzeitpunkt habe auch sein volljähriger Bruder Zugriff … Weiterlesen

WALDORF FROMMER: Berufungskammer des LG Leipzig erteilt doppeltem Auskunftsverfahren klare Absage – keine Verkehrsdatenauskunft und kein Beweisverwertungsverbot bei Reseller-Auskünften in Tauschbörsenverfahren

Landgericht Leipzig vom 05.08.2016, Az. 05 S 628/15

Gegenstand des Berufungsverfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Filmaufnahmen

Die Berufungskammer des Landgerichts Leipzig hat ein Urteil des Amtsgerichts Leipzig aufgehoben, das eine Verwertbarkeit der von der Klägerin im Auskunftsverfahren nach § 101 Abs. 9 UrhG erlangten Auskünfte abgelehnt hatte.

Konkret hatte das Amtsgericht seiner Klageabweisung folgende Gedanken zugrunde gelegt:

„Soweit Netzbetreiber und Endkundenanbieter bei Internetanschlüssen nicht identisch sind, ist am Auskunftsverfahren nach Weiterlesen

Landgericht Köln: Schadenersatz in Höhe von EUR 2.500,00 für die illegale Verbreitung eines Musikalbums in einer Internettauschbörse – Kein Beweisverwertungsverbot bei Reseller-Konstellationen

Landgericht Köln vom 02.06.2016, AZ. 14 S 21/14

Gegenstand des Berufungsverfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Musikaufnahmen

In diesem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Köln hat sich die geschädigte Rechteinhaberin gegen eine aufsehenerregende Entscheidung des Amtsgerichts Köln gewehrt.

Das Amtsgericht hatte die Ansprüche der Klägerin zwar dem Grunde nach bejaht; jedoch lediglich EUR 130,00 Schadenersatz für die illegale Verbreitung eines Musikalbums über eine Internet-Tauschbörse zugesprochen. Zudem hatte das Erstgericht den Unterlassungsstreitwert auf … Weiterlesen

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit nimmt WALDORF FROMMER gegenüber Stellung zur Zulässigkeit von Resellerauskünften

Stellungnahme des BfDI vom 11.04.2012

In der Stellungnahme des BfDI hinsichtlich der Zulässigkeit von Resellerauskünften stellt die unabhängige Kontrollinstanz des Bundes fest, dass Reseller unter den rechtlichen Rahmenbedingungen des § 101 Abs. 2, 3 UrhG den Auskunftsbegehren von Rechteinhabern entsprechen können, ohne dabei gegen datenschutzrechtliche Vorschriften zu verstoßen

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