Italienische Datenschutzbehörde verhängt DSGVO-Bußgeld in Höhe von 17 Mio. wegen unzulässiger Werbemaßnahmen

Wie die italienische Datenschutzbehörde mit Pressemitteilung vom 15.07.2020 mitteilt, wurde gegen den italienischen Telekommunikationsanbieter Wind Tre ein DSGVO-Bußgeld in Höhe von knapp EUR 17 Mio. verhängt.

Die italienische Datenschutzbehörde sieht es als erwiesen an, dass Wind Tre eine Vielzahl unzulässiger Datenverarbeitungen, die hauptsächlich im Zusammenhang mit Werbemaßnahmen des Unternehmens standen, vorgenommen hat; gegen Wind Tre erging wegen ähnlicher Verstöße bereits nach altem italienischem Datenschutzgesetz eine einstweilige Verfügung sowie eine Anordnung.

Der Untersuchung durch die italienische Datenschutzbehörde und dem nunmehr festgesetzten Bußgeld gingen zahlreiche Eingaben von Kunden voraus, die sich über unerwünschte Werbung per SMS, E-Mail, Fax und Telefon beschwerten. Viele dieser Kunden behaupteten zudem, dass sie ihr Recht, ihre Einwilligung zu widerrufen oder der Verarbeitung ihrer Daten zu Marketingzwecken zu widersprechen, aufgrund von Ungenauigkeiten bei der Angabe der Kontaktkanäle nicht ausüben konnten. In anderen Fällen wurde die Veröffentlichung personenbezogener Daten in öffentlichen Verzeichnissen trotz der – teilweise wiederholten – Widersprüche von Kunden beanstandet.

Die Untersuchung ergab auch, dass die Apps MyWind und My3 von Wind Tre so eingerichtet wurden, dass die Benutzer bei jedem neuen Zugriff eine Reihe von Zustimmungen für verschiedene Verarbeitungszwecke (Marketing, Profilerstellung, Kommunikation mit Dritten, Bereicherung und) erteilen mussten.

Falls Sie einen Bußgeldbescheid erhalten haben und/oder zivilrechtlichen Ansprüchen von betroffenen Personen ausgesetzt sind, können Sie sich gerne jederzeit an unsere zertifizierten Datenschutzexperten wenden.

Autor: Rechtsanwalt Maximilian Braun

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