Europäische Union startet WiFi4EU-Initiative – Zugang nur für registrierte Nutzer

Der Rat der Europäischen Union hat am 9. Oktober eine Verordnung im Hinblick auf die Förderung der Internetanbindung in Kommunen verabschiedet und damit das WiFi4EU-Projekt der Europäischen Union in Gang gesetzt.

„Die EU wird kostenlose WLAN-Internetzugänge in Rathäusern, Bibliotheken, Parks und an anderen öffentlichen Orten im Rahmen eines neuen Systems mit der Bezeichnung WiFi4EU fördern, das heute vom Rat angenommen wurde. Ein leicht erkennbares mehrsprachiges WiFi4EU-Portal wird spätestens 2020 Zugang zu einer sicheren Hochgeschwindigkeitsverbindung in mindestens 6 000 Kommunen in der gesamten EU bieten.“ (Pressemitteilung 544/17 des Rats vom 09.10.2017)

Zuvor hatten die Europäische Kommission, das Europäischen Parlament und der Rat der Europäischen Union bereits im Mai eine informelle Einigung erzielt. Daraufhin verabschiedete zunächst das Parlament am 12. September einen entsprechend geänderten Verordnungsentwurf in erster Lesung. Dieser wurde nunmehr auch mit der Stimme Deutschlands am 9. Oktober vom Rat gebilligt.

Bei den WiFi4EU-Zugänge soll ein europaweit einheitliches Nutzerauthentifizierungssystem zum Einsatz kommen, bei dem sich Nutzer in ganz Europa mit einheitlichen Zugangsdaten anmelden.

Wie eine Sprecherin der EU gegenüber Netzpolitik.org mitteilte, sei ein europaweites Authentifizierungssystem aus Sicherheits- und Haftungsgründen notwendig. Die Anmeldung und Verifizierung soll dabei mittels Handynummer erfolgen.

Die WiFi4EU-Initiative folgt hiermit offenbar der Einschätzung des Europäischen Gerichtshofes, der sich in seinem „McFadden“ Urteil (Rs. C-484/14 vom 15.09.2016) zur Notwendigkeit einer Passwortsicherung und Nutzeridentifizierung beim Betrieb von WLAN-Hotspots geäußert hatte.

 


zur vorherigen Meldung in der Sache:
EU Parlament verabschiedet legislative Entschließung zur Förderung
der Internetanbindung in Kommunen (Wifi4EU)

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