Betreiber der Warez-Seite „wawa-mania“ zu 13 Mio. EUR Schadensersatz verurteilt

Ein Pariser Berufungsgericht hat den Betreiber der (zwischenzeitlich geschlossenen) Webseite „wawa-mania“ zu einer Zahlung von insgesamt 13 Mio. EUR Schadensersatz verurteilt. Wawa-Mania war die größte französischsprachige Webseite für Links zu illegalen Inhalten wie Musik, Filmen oder Software, die auf sog. „Sharehostern“ gespeichert waren. Geklagt hatten verschiedene Rechteinhaber, darunter Microsoft, SACEM, Disney, Universal City Studios und Twentieth Century Fox.

Bemerkenswert sind an der Entscheidung vor allem zwei Aspekte. Erstens handelt es sich bei dem Beklagten um den Betreiber der Webseite. Als solcher zeichnete er für den Betrieb des Forums verantwortlich, hatte jedoch keineswegs sämtliche rechtswidrigen Links selbst bereitgestellt. Dies übernahmen vielmehr die Nutzer des Forums. Gleichwohl bejahte das Gericht eine persönliche Verantwortlichkeit des Betreibers.

Zweitens hat das Pariser Gericht eine bislang wohl einzigartige Methode zur Berechnung des Schadensersatzes gewählt. Rechteinhaber stehen regelmäßig vor dem Problem, dass sie nicht abschließend beweisen können, wie oft bestimmte Links tatsächlich angeklickt worden sind. Daher kann die Anzahl der erfolgten Downloads, die für die Berechnung des Schadensersatzes herangezogen werden kann, nur geschätzt werden. Das Gericht wählte im vorliegenden Fall den Weg einer Halbierung der Anzahl der Aufrufe der betroffenen Themen. Sofern also ein bestimmter Beitrag 100 mal aufgerufen wurde, unterstellte das Gericht, dass 50 Besucher auch einen Download durchgeführt haben. Für jeden Download sprach das Gericht 2,00 EUR zu.

Die 13 Millionen EUR berechneten  sich daher nach folgender Formel:

Aufgrund des Umfangs der rechtsverletzenden Inhalte auf der Webseite ergab sich trotz des sehr niedrig angesetzten Wertes von lediglich 2 EUR pro Werk die zugesprochene Millionensumme.

 

zur Originalentscheidung

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