WALDORF FROMMER: Sachverständigengutachten bestätigt erneut die fehlerfreie Ermittlung des Peer-to-Peer Forensic Systems

Amtsgericht München vom 16.04.2014, Az. 142 C 27350/12

Gegenstand des Verfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Musikaufnahmen

Der beklagte Anschlussinhaber hatte abgestritten, die Rechtsverletzung selbst begangen zu haben. Neben ihm hätten noch seine Frau sowie sein volljähriger Sohn Zugriff auf den Internetanschluss gehabt.

Er habe seinen Anschluss mehrfach abgesichert und auf keinem der sich im Haushalt befindlichen Computer sei eine Tauschbörsensoftware installiert gewesen. Weiterhin sei die gesamte Familie am Tag der Rechtsverletzung auf einer Geburtstagsfeier gewesen. Der Beklagte war der Auffassung, dass es sich um einen Ermittlungsfehler handeln müsse. Nach der Einholung eines entsprechenden Sachverständigengutachtens stand jedoch zur Überzeugung des Gerichts fest, dass das streitgegenständliche Musikalbum unter der dem Beklagten zugeordneten IP-Adresse widerrechtlich öffentlich zugänglich gemacht wurde.

Vor dem Hintergrund der eindeutig feststehenden Rechtsverletzung konnte der Sachvortrag des Beklagten das Gericht im Rahmen der sekundären Darlegungslast nicht überzeugen. Wenn der Anschluss wie vorgetragen gesichert und die Tatbegehung durch den Beklagten selbst sowie seiner Angehörigen ausgeschlossen sei, bestehe keine ernsthafte und plausible Möglichkeit eines anderen Geschehensablaufs.

Der Beklagte wurde folglich antragsgemäß zur Zahlung des geforderten Schadensersatzes sowie zur Übernahme der Verfahrens- und Rechtsanwaltskosten einschließlich der Kosten des Sachverständigen zu einem Gesamtbetrag von fast EUR 4.000,00  verurteilt.

Autor: Rechtsanwalt Florian Thür

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.