WALDORF FROMMER: LG Hannover bestaetigt Klageanspruch in Filesharing-Verfahren – EUR 900,00 Schadenersatz für illegale Verbreitung von Musikaufnahmen „zurückhaltend angesetzt“

Landgericht Hannover vom 18.09.2015, Az. 18 S 53/15

Gegenstand des Berufungsverfahrens: Illegales Tauschbörsenangebot urheberrechtlich geschützter Musikaufnahmen

Die Klägerin, ein Musikunternehmen, hatte sich mit einer Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des AG Hannover (Az. 463 C 11854/14) gewehrt, in dem das Gericht den Streitwert der Angelegenheit auf EUR 1.000,00 beschränkt und einen Schadenersatz von lediglich EUR 410,00 für angemessen erachtet hatte.

Das Landgericht Hannover hat dem Beklagten mit Hinweisbeschluss vom 18.09.2015 nahegelegt,

„zu überprüfen, ob die Klageforderung zur Vermeidung weiterer Kosten anerkannt werden soll.

Für die Berechnung der – fiktiven – Lizenzgebühr kommt es nicht nur auf die spekulativ landgerechte [sic!] Zahl der Downloads an, sondern auf den Betrag, der ggfs. für eine Lizenz zur öffentlichen Verbreitung zu zahlen wäre. Dieser ist nach Einschätzung der Kammer von der Klägerin mit insgesamt 900 Euro noch zurückhaltend angesetzt worden. Auch die Anwaltsgebühren dürften nicht zu beanstanden sein.“

 

Das Berufungsverfahren ist aktuell noch anhängig.

 

 

Autorin: Rechtsanwältin Carolin Kluge

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