WALDORF FROMMER: Bei Einschaltung einer Werbeagentur darf nicht ohne weiteres auf das Bestehen von Rechten vertraut werden

Amtsgericht München vom 04.06.2013, Az. 111 C 1888/13

Gegenstand des Verfahrens: Illegale Nutzung urheberrechtlich geschützten Bildmaterials

Die Beklagte hatte sich ihren Internetauftritt von einer Werbeagentur gestalten lassen. Diese verwendete zwei Fotografien der Klägerin, ohne im Besitz der entsprechenden Nutzungsrechte zu sein.

Die Beklagte wies ein schuldhaftes Handeln von sich: Schließlich habe sie gegenüber der beauftragten Werbeagentur klargestellt, nur Interesse an einer rechtmäßig erstellten Internetpräsentation zu haben. Sie habe daher auf das rechtmäßige Handeln der Werbeagentur vertrauen dürfen.

Dieser Vortrag konnte das Gericht nicht überzeugen: Im Urheberrecht gilt ein strenger Sorgfaltsmaßstab. Danach muss sich der Nutzer urheberrechtlich geschützter Werke selbst davon überzeugen, zur entsprechenden Nutzung berechtigt zu sein. Die Beklagte durfte sich daher nicht allein darauf verlassen, dass die beauftragte Werbeagentur schon rechtmäßig handeln würde.

Das Gericht hat die Beklagte daher zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von EUR 2.400,- sowie zur Erstattung der Rechtsanwaltskosten nach einem Streitwert von EUR 20.000,00 verurteilt.

Autorin: Rechtsanwältin Eva von Rüden

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