„Bitte nicht einen Schritt vor und zwei zurück“ – Kommentar von Dieter Görny (Konferenz zur Zukunft des Urheberrechts)

BVMI vom 17.12.2015

“ […] Viel zu oft wird in einer oft emotional geführten Debatte vergessen, warum es das Urheberrecht überhaupt gibt – und welch egalitärer Geist ihm innewohnt, allen anderslautenden Behauptungen zum Trotz: Denn natürlich entsteht Kunst nicht durch das Urheberrecht. Aber es schützt sie und ermöglicht damit denjenigen, die Kunst erschaffen, und den Partnern, die sie sich dabei auswählen, mit diesen Werken auch Geld zu verdienen, also an der Wertschöpfung der von ihnen erschaffenen Inhalte zu partizipieren. […]

Eine digitale Ökonomie in einer technikneutralen Umgebung kann deshalb nicht ohne Exklusivrechte funktionieren, weil kein Wettbewerb und keine Vielfalt erzeugt würden. Mit anderen Worten: Digitale Ökonomie ist ohne individuelle Kreativität nicht realisierbar. 

Die Frage, die sich alle in das Thema Urheberrecht Involvierten stellen müssen, ist doch:„Glaubt man an einen Markt oder nicht?“ bzw. „Will man einen Markt schaffen oder nicht?“ Beantwortet man diese Frage mit JA, kann man sich weder der Tatsache, dass Kreativität eine individuelle und keine kollektive Begabung ist, noch der Prämisse der Exklusivrechte verschließen. Beides wäre auch ein deutliches Zeichen des Respekts vor der Leistung der Kreativen und ihrer Partner – der sich darüber hinaus auch in deutlich verbesserten Möglichkeiten zur effektiven Durchsetzung bereits bestehender Rechte im Netz äußern sollte. Digital ist eben nicht anders.“

 

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